[Artikel vom 25.01.2017]

Beispielhaftes Bauen im Hohenlohekreis 2008 – 2016

Preise wurden an Architekten und Bauherren übergeben

Um das öffentliche Bewusstsein für die Baukultur im Alltag zu schärfen, führte die Architektenkammer Baden-Württemberg das Auszeichnungsverfahren Beispielhaftes Bauen im Hohenlohekreis 2008 – 2016 unter der Schirmherrschaft von Landrat Dr. Matthias Neth durch. Ziel dieses Verfahrens war es, beispielhafte Architektur aus allen Lebensbereichen aufzuspüren und auszuzeichnen. Eine siebenköpfige Jury, zusammengesetzt aus Vertretern der Architektenschaft und Repräsentanten des Hohenlohekreises, unter Vorsitz des Architekten und Stadtplaner Matthias Schuster, vergab insgesamt 18 Prämierungen. Die Auszeichnungen konnten am Dienstag (24.01.2017) an die Bauherren und die Architekten übergeben werden. Eingereicht wurden insgesamt 68 Arbeiten.

Johann-Friedrich-Mayer-Schule Kupferzell, Ganztagesbetreuung mit Mensa

  • Architekten
    wiechers beck Gesellschaft von Architekten mbH, Architekt: Christian Beck, Berlin; Projektleiter: Daniel Harth; Bauleitung: Architekturbüro Michael Letzgus, Künzelsau

  • Bauherr
    Gemeinde Kupferzell, vertreten durch Bürgermeister Joachim Schaaf

  • Fertigstellung 2015

    Begründung der Jury
    Im Rahmen eines Wettbewerbs ist eine zukunftsorientierte und in allen Teilen überzeugende Gesamtkonzeption entwickelt worden.

    Drei Sitzstufen an der Haupterschließungsachse binden das zur Bibliothek umgebaute Bestandsgebäude schlüssig an den Neubau an. Die als Kernzone angelegte, vielfältig nutzbare Mensa erhält durch den ihr vorgelagerten Schulgarten, als ruhiger Innenhof ausgebildet, eine besonders nutzerfreundliche Atmosphäre.

    Das Gebäude ist mit einfachen Mitteln klar und gut durchdacht gestaltet. Ein Freiluftklassenzimmer auf dem Dach und ein von den Schülerinnen und Schülern mitbestimmtes Raumprogramm machen die Schule attraktiv und zu einer echten Innovation.

  • Objektbeschreibung
    Tragwerksplanung:
    Baustatik Keitel, Rot am See
    Technische Gebäudeausrüstung ELT:
    Planungsbüro Fetzer, Rot am See
    Technische Gebäudeausrüstung HLS:
    Planungsbüro Ziegler & Castro, Bad Mergentheim
    Küchenplanung: Planungsbüro Drexel, Weikersheim

  • Im Jahr 2013 gewann wiechers beck den von der Gemeinde Kupferzell ausgelobten Wettbewerb für die Umgestaltung der Johann-Friedrich-Mayer-Schule zur Gemeinschaftsschule.

    Die Gesamtkonzeption zur Entwicklung des Campus der Gemeinschaftsschule Kupferzell sieht den Umbau und die Sanierung des bestehenden Schulgebäudes aus den 1960er Jahren, den Umbau des sogenannten „Hauses der Vereine“ zur Nutzung als Schul- und Gemeindebibliothek, den Neubau der Ganztagsbetreuung mit Mensa sowie die Neugestaltung der Freianlagen vor.

    Dabei wird die ursprüngliche Konzeption eines „Schulcampus im Grünen“ des Architekten Fritz Müller aus den 1960er Jahren beibehalten und gestärkt.

  • Der Neubau der Ganztagsbetreuung bildet den ersten Bauabschnitt in der Umsetzung der Gesamtkonzeption. Mit dem Gebäude wird den Schülern eine räumliche Atmosphäre geboten, die bewusst im Kontrast zum alten Schulgebäude steht.

    Durch eine filigrane Stahlkonstruktion und die großzügige Glasfassade erhält es eine Leichtigkeit und eine starke Verbindung zwischen Innen- und Außenraum. Das Gebäude ist Teil des Schulhofes.

    Die Mensa und der sogenannte „Chillgarten“, ein Wunsch der Schüler und der Lehrerschaft, bilden den Kern der Anlage. Um sie gruppieren sich Neubau und der zur Bibliothek umgenutzte Altbau.

    Durch einen Verbindungsgang werden beide Gebäude mit dem alten Schulgebäude und der Sport- und Schwimmhalle verbunden. Auf dem Dach des Neubaus befindet sich ein Klassenzimmer im Freien, das vom Schulhof zugänglich ist.

    Fotos
    Brigida González

GLOCKEN KLINGEN WIEDER

Quelle: Hohenloher Zeitung, 27.09.2014, www.stimme.de
Besucher begutachten die sanierte Kirche in Amrichshausen

Der Tag des offenen Denkmals war für die katholische Kirchengemeinde Amrichshausen der Schlusspunkt etlicher Baumaßnahmen. Viele Interessierte nutzten im Rahmen der bundesweiten Aktion die Gelegenheit, Einblicke in sonst verschlossene Kirchenbereiche zu bekommen. Eine gründliche Bauuntersuchung vor zwei Jahren förderte es zu Tage. Der beauftragte Architekt Michael Letzgus brachte es im Kirchengemeinderat dann auf den Punkt. Im 41 Meter hohen Turm waren die hunderte von Jahren alten Balken teilweise morsch. Zwischenböden und weitere konstruktive Bauteile mussten dringend saniert werden. Eine Erneuerung der Glocken- und Läuteanlage war seinerzeit schon beschlossene Sache.

Insgesamt rund 170 000 Euro sind dafür investiert worden. Pfarrer Erhard Nentwich ist dankbar, rasch die erforderlichen Geldgeber gefunden zu haben. So unterstützten die Diözese Rottenburg-Stuttgart, das Land Baden-Württemberg und die Stadt Künzelsau finanziell das Vorhaben. Mit zum erfolgreichen Abschluss beigetragen haben auch die Spenden von vielen Privatpersonen, Firmen und Organisationen.

Die Glocken klingen inzwischen wieder hell und klar. Die statischen Probleme im Turm sind gänzlich behoben. Vor allem das Turminnere war ein Besuchermagnet am Tag des offenen Denkmals. Von der Empore aus über die Glockenstube ging der Rundgang, bei dem man sich von der gelungenen Maßnahme ein Bild machen konnte.

Datenbank “Energieeffizienz-Experten“ für Förderprogramme des Bundes(KFW)

Fachliste „Energieeffizienz“ bei der Architektenkammer BaWü

Mit der Fachliste „Energieeffizienz“ stellt die Architektenkammer Baden-Württemberg eine Liste besonders qualifizierter Architektinnen und Architekten für diesen spezifischen Leistungsbereich zur Verfügung. Mit den Fachlisten wird das Ziel verfolgt, private, gewerbliche und öffentliche Bauherren wie Kommunen, Behörden, Investoren und sonstigen Vorhabensträgern bei der Suche und Auswahl geeigneter Experten zu unterstützen. Die Mitglieder der Fachliste Energieeffizienz haben eine besondere Qualifikation im Bereich des energieeffizienten Planens und Bauens bzw. der energetischen Optimierung von Gebäuden nachgewiesen. Sie sind damit insbesondere auch für die Beantragung von Fördermittel für energieeffizientes Bauen prädestiniert.

Voraussetzungen für die Aufnahme:
Für die Aufnahme in die Fachliste sind grundsätzliche Kenntnisse in energieeffizienter Gebäudeplanung und -sanierung als Basisqualifikation „Energieeffizientes Bauen und Modernisieren“ erforderlich.

Download: Die Fachliste-Urkunde

Teilnahme am Wettbewerb Neubau Bauhof Künzelsau

Einladungswettbewerb (10 Architekturbüros)

Ergebnisse:
1.Preis: 10.000 Euro
oho-Architekten BDA – Maximilian Otto + Ursula Hüfftlein-Otto, Stuttgart
2.Preis: 6.000 Euro
Hein – Hüttel – Lindenberger, Ludwigsburg
3.Preis: 4000 Euro
Architekturbüro Michael Letzgus, Künzelsau

Kurz-Beschreibung der Wettbewerbs-Planungsaufgabe:

  1. Bauhof
    Der städtische Bauhof soll auf dem Gelände der ehemaligen Straßenmeisterei auf den Flur-Nummern 859, 868, 868/1, 870/3 und einer Teilfläche des westlich angrenzenden Grundstücks Flur-Nummer 872 untergebracht werden. Wegen der unmittelbaren Nachbarschaft zum Wohngebiet „Wiesweg“ legt die Stadt besonders großen Wert auf eine Minimierung der Lärmbelästigung durch entsprechend platzierte „ruhigere“ Funktionseinheiten des Bauhofes an der nördlichen Grundstücksgrenze und ggf. geeignete Lärm- und Sichtschutz-maßnahmen.
  2. Dusch-, Umkleide- und Geräteräume für das Stadion Prübling
    Das Stadion grenzt südlich an das Bauhofgelände an. Für die z. Zt. extern gelagerten Sportgeräte sollen entsprechende Geräteräume und für die Sportler neue Dusch- und Umkleideräume nördlich der Sprungbahnen gebaut werden. Vom Verfasser werden eindeutige und wirtschaftliche Aussagen zur Fassaden- und Gebäudegestaltung erwartet. Im Rahmen der Verwirklichung der Baumaßnahme denkt die Ausloberin an umweltfreundliches und Ressourcen schonendes Gebäudemanagement.

Beurteilung durch das Preisgericht
Der Verfasser platziert die Funktionseinheiten für den Bauhof in 3 Baukörpern entlang der nördlichen und südlichen Grundstückgrenze. Durch die vorgegebene Erschließung an der Westseite des Grundstücks über den Hallstadtweg ergibt sich ein gestaffelter Hofbereich, von dem aus alle Funktionsbereiche angedient werden können. Wagenhallen und Werkstatten liegen sich im nördlichen und südlichen Riegel gegenüber. Auf dem nördlichen Riegel ist die Verwaltung aufgesetzt. Somit können Lärmimmissionen gegen die Hangbebauung abgeschirmt werden. Die Salzhalle liegt nahe der Zufahrt kann auf direktem Weg angefahren werden. Der Bau der Salzhalle ist möglich, solange die bestehende Salzhalle noch genutzt wird. Gewächshaus, Außenflächen und Fahrzeughalle für den Gärtnereibetrieb sind an der Westgrenze platziert. Entgegen den Vorgaben des Raumprogramms bietet der Verfasser eine Komplettüberdachung dieser Funktionseinheit an. Dies hat zur Folge, dass die Flächenund Kennwerte im Vergleich zu den übrigen Arbeiten im oberen Bereich liegen. Nachteilig wird auch die überdachte Freifläche Gartenbau bewertet, da hier ganzjährig bewässert werden müsste. Auch dürfte die Verschattung nicht unproblematisch sein. Der untergeschobene Baukörper für die Fahrzeuge ist konstruktiv problematisch. Das Stadiongebäude liegt auf Sportplatzniveau und ist funktional und zweckmäßig organisiert. Das Flachdach kann als Zuschauertribüne genutzt werden. Die Hallenkonstruktionen sind klar gegliedert und stützenfrei. Sie ermöglichen eine flexible Nutzung und sind wirtschaftlich herzustellen. Die Architektursprache der Hallen ist angemessen, der nördliche Riegel weist mit einer ansprechenden Fassadengestaltung eine gute Gliederung auf. Das energetische Konzept ist sehr detailliert ausgearbeitet, wirkt jedoch z.T. überzogen und nicht praktikabel. Insgesamt überzeugt der Entwurf durch seine klare Gliederung und Formensprache sowie der überzeugenden Funktionalität. Die überdimensionierte Glasdachkonstruktion mit transluzenten Photovoltaik-Elementen des Gewächshauses und der zugehörigen Freiflächen lassen jedoch hohe Bau- und Folgekosten erwarten.

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Veröffentlichung unter : http://www.competitionline.com/de/wettbewerbe/130159

Passivhaus Künzelsau – Die Vorteile auf einen Blick

› System-Compact-Tower für Lüftung, Heizung und Trinkwassererwärmung mit Solarunterstützung komplett montiert und anschlussfertig
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› Integrierter 250-l-Speicher-Wassererwärmer
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› Integrierter Anschluss für hydraulisches Heizsystem wie z. B. Badheizkörper (Zubehör notwendig)
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› Anschluss der Lüftungskanäle ohne Wärmebrücken
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› Einbindung einer Solaranlage vorbereitet. Hydraulische Anschlüsse, Solarkreispumpe und Regelung sind bereits integriert
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Download: Projektdokumentation Passivhaus Künzelsau